MAD

Think what you like


AKTUELLE SONDERAUSSTELLUNG

08.03.2026 bis 17.05.2026

 bis 17.05.2026
 

Mythos Mutter
Mutterwerden zwischen Ideal und Realität
MAD_Intervention von Paloma Wolff
 

Paloma Wolff hinterfragt idealisierte Mutterrollen und zeigt, wie weit sie sich von realen Erfahrungen entfernen. Ihre Arbeiten stellen dem starren Bild der aufopfernden Mutter persönliche Perspektiven gegenüber und eröffnen Raum für vielfältige, ehrliche Mutterbilder jenseits von Perfektion und Erwartungsdruck.

Hier kannst Du Paloma Wolffs Arbeit kennenlernen: https://palomawolff.com/

Paloma auf Insta: https://www.instagram.com/paloma_wolff/

 

Portraitfoto Paloma Wolff: Sebastian Heck

Über die Künstlerin und diese Ausstellung

KURZVITA

Paloma Wolff (sie/ihr), geborenen 1999, ist bildende Künstlerin aus Würzburg. 

Ihre Arbeiten laden zu einer künstlerischen Reise in die Bereiche feministischer Mutterschaft und Körperformen ein. Wolffs vielschichtige, forschende Arbeitsweise wurde insbesondere durch ihr Kommunikationsdesign-Studium an der Fakultät Gestaltung in Würzburg geprägt. Vor allem die Medien Fotografie und Malerei haben sich als Schwerpunkte der Künstlerin herauskristallisiert. Während ihres Studiums wurde sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ihre Bachelorarbeit Matreszenz wurde von der Fakultät Gestaltung als herausragende Arbeit ausgezeichnet und zudem 2025 beim ADC Talent Award mit Gold prämiert.

Seit ihrer eigenen Schwangerschaft und der Geburt ihrer Zwillinge im Jahr 2022 setzt sich Wolff intensiv mit dem Thema Mutterschaft auseinander. In ihren Arbeiten hinterfragt sie die zugeschriebenen Normen der Elternrolle und erzählt auf intime und rohe Weise von ihren Erfahrungen als Mutter – jenseits von Idealisierung und Verklärung.

Bild: 

Matreszenz
Paloma Wolff
2024

(c) Paloma Wolff

ZWISCHEN IDEAL UND REALITÄT

MATRESZENZ

Die Nabelschnur wird durchtrennt, ein Kind wird geboren, und eine Frau wird zur Mutter. In diesem einen Moment wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung geboren. In kürzester Zeit soll die neue Identität Mutter angenommen werden. Dabei ist Mutterschaft in der Realität ein Prozess, begleitet von enormen physischen wie auch psychischen Herausforderungen.
Der Begriff Matreszenz begreift Mutterschaft als eine Entwicklung, die bereits vor der Geburt des Kindes beginnt und über Jahre hinweg andauern kann – ein Prozess, der von vielfältigen Emotionen begleitet wird und als herausfordernde Phase anerkannt werden sollte.
Das durch unseren angelsächsisch-christlichen Kulturraum geprägte Idealbild einer Mutter schwebt über uns und lastet schwer auf unseren Schultern. Es kennt keine Fluidität, kein Dazwischen. Es differenziert lediglich zwischen den konträren Positionen der guten und der schlechten Mutter. Zwischen Madonna und femme fatale.



 

Zwischen Glucke und Rabenmutter

Die Madonna mit dem Kind ist das meistreproduzierte Muttermotiv seit dem Mittelalter. Die sanfte und demütige Gottesmutter steht für Aufopferung und Reinheit – ein Idealbild, das jeden Wandel überdauert und dessen Anstreben zum Scheitern verurteilt ist. Wie konstruieren Mutterbilder in Kunst und Medien die Rolle einer Mutter, und wie prägt dieser Bilderfundus unseren Blick auf Mutterschaft?

Diese Arbeit ist eine künstlerische Exploration von Mutterbildern. Ihre eigenen Erfahrungen in der Matreszenz stellt Wolff der verklärten Mutterfigur  gegenüber: eine Begegnung mit sich selbst, ihrem Umfeld und dem gesellschaftlichen Bildgedächtnis. Der Blick einer Mutter auf Mutterschaft.

Bild: Paloma Wolff: Nivea

PRESSE

Bayerischer Rundfunk

Frankenschau aktuell vom 11.03. (Videobeitrag): Hier ansehen

 

Bericht Pressestelle Bistum Würzburg

Glucke oder Rabe: Was ist eine Mutter?

Hier lesen: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/glucke-oder-rabe-was-ist-eine-mutter/

 

Videobeitrag 

Mythos Mutter: Künstlerin Paloma Wolff zeigt ihre Perspektive im Museum am Dom

https://www.youtube.com/watch?v=bM4ZxXC7Vzg

RUND UM MYTHOS MUTTER
BEGLEITPROGRAMM
 

* Mittwoch, 18.03. | 15h00

MAD_Senior*in: Paloma Wolff spricht über Mythos Mutter

Die Künstlerin führt durch ihre aktuelle MAD_Intervention im MAD

 

* Samstag, 28.03. | 15h00

Der inszenierte Körper: Wir erkunden ausgehend von Paloma Wolffs Intervention zum Thema Mutter Inszenierungen von Frauen und Männern - mit Christine Busch

 

* Dienstag, 14.04. | 12h30

MAD_Kunstkantine mit Paloma Wolff

Die Künstlerin über ihre aktuelle MAD_Intervention Mythos Mutter im MAD

 

* Mittwoch, 15.04. | 15h00  

MAD_Senior*in: Von Müttern und Monstern

Eine Einladung zur Betrachtung von Darstellungen zu Mutterschaft und dem Spannungsfeld zärtlicher Fürsorge und tiefsitzender Ängste.
Ein Ausflug zur Erkundung, warum die Grenze zwischen Mutterfigur und Monster manchmal überraschend schmal erscheint - mit Julia Dutenhöfner

 

* Sonntag, 10.05.

Große Pause für alle Mütter!

Zum Muttertag gilt eine besonders herzliche Einladung an alle VÄTER mit ihren Kindern (jeden Alters!) - freier Eintritt für alle! 

ab 15h00 Mitmachangebote mit Kurzführungen

 

RÜCKBLICK

* Samstag, 07.03. | 15h00

VERNISSAGE Mythos Mutter

Mutterwerden zwischen Ideal und Realität: MAD_Intervention von Paloma Wolff

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

 

* Dienstag, 10.03. | 12h30 MAD_Kunstkantine

zu Mythos Mutter: Ein Dialog zwischen Mama (2025) und Maria (1325) - mit Christine Busch

Wir erkunden über 7 Jahrhunderte hinweg das Spannungsfeld zwischen dem Körper als Leinwand für unsere  Ideale, Ideen und Vorstellungen und dem realen Körper. 

Einen besonderen Blick werfen wir auf den weiblichen Körper: Während einer Schwangerschaft und Geburt, wenn aus einer Frau eine Mutter wird, gibt es nicht nur krasse körperliche Veränderungen. Auch die Zuschreibungen explodieren, der Körper wird zur Projektionsfläche für unendlich viele Anforderungen, Fragen... 

Und das zu allen Zeiten.

Wir bringen die Frauen in unserer Ausstellung dazu ins Gespräch, die siebenhundertjährigen, die dreihundertjährigen und die die, die heute mittendrin sind. Und natürlich alle Besucherinnen und Besucher.

Was bleibt gleich über die Jahrhunderte?

Was verändert sich stetig, was radikal?
Wir forschen gemeinsam - sehend, denkend, fühlend.

 - mit Christine Busch 

Die gezeigten Werke

Eckstein
Paloma Wolff
2025–2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Unter deiner Spur
Paloma Wolff
2026
Wandplastik

Facing Madonna: die Mutter, die ging
Paloma Wolff
2026
Wandteppich

Muttergeflechte: 2024/05/08
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Muttergeflechte: 2024/05/12
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Höhle
Paloma Wolff
2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Unwucht
Paloma Wolff
2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Bauchgeburt
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Nachttisch
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Kolostrum
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

verzerrtes Selbst
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Holy Breast 2
Paloma Wolff
2026
Teppich/Näharbeit

Meine Mama pumpt für mich
Paloma Wolff
2022
Dokument

Kalte Decke
Paloma Wolff
2025–2026
Mixed Media auf Acrylglas

Postpartum
Paloma Wolff
2023
Dokument

Babyshower
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Caring Circles
Paloma Wolff
2024
Kurzfilm

Muttertier
2025–2026
Textilskulptur

im MAD_Lab:

Hausmutter
Paloma Wolff
2024
textile Wandarbeit

Milchbar
Paloma Wolff
2023
Acryl und Gouache auf Leinwand

Overtouched 1
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Mutterhaus
Paloma Wolff
2024
Mobile/mixed media

Muttergeflechte
Paloma Wolff
2024
Projektion

Chimäre
1500 ml / 24 h
Neptunbrunnen
Madonna mit Kind
Muttergefäß
Madonna im Rosenhag
2024
Aquarell auf Papier

 

Hausfrau 1
Mater Dolorosa
Nivea
Selbstbildnis (schwanger)
Matreszenz
Mom Rage
Hausfrau 2
2024
Aquarell und Acryl auf Folie

Matreszenz
Paloma Wolff
2024
Buch

facing Madonna 3
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

facing Madonna 2
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Zwischen Ideal und Realität

Die Nabelschnur wird durchtrennt, ein Kind wird geboren und eine Frau wird zur Mutter. In diesem Moment wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung geboren. In kürzester Zeit soll die neue Identität „Mutter“ angenommen werden. Über Jahrhunderte hinweg wurde Frauen durch patriarchale Strukturen weisgemacht, dass es ihnen leichtfallen wird, die Sorgearbeit für ein Kind zu übernehmen. Attribute wie Sanftheit und Aufopferungsvermögen, die explizit dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben werden, seien ideal, um den Bedürfnissen eines Säuglings gerecht werden zu können. Der Platz, der für eine Mutter in unserer Gesellschaft vorgesehen ist, erscheint starr. Der Grat zwischen Glucke und Rabenmutter ist schmal, die mehrheitlich akzeptierte Mitte erlaubt wenig Spielraum und zwingt Mütter in eine fest vorgeschriebene Rolle. Die Madonna mit dem Kind gilt auch heute noch als das Idealbild einer Mutter. Die sanfte und demütige Gottesmutter steht für Aufopferung, Reinheit und bedingungslose Liebe. Ein Idealbild, das jeden Wandel überdauert und dessen Anstreben zum Scheitern verurteilt ist.

Dieses Ungleichgewicht zwischen der visuellen Inszenierung und den realen Lebensrealitäten von Müttern interessierte Paloma Wolff ab dem ersten Tag ihres Mutterdaseins. „Es schien mir als wäre all das, was ich glaubte über Mutterschaft zu wissen, gar nicht wahr. Diese Erkenntnis und das Bedürfnis nach realen Geschichten und Bildern über Mutterschaft waren für mich Antrieb, mich visuell mit diesem Thema zu befassen“, erklärt Paloma Wolff. Entstanden sind (unter anderem) Malereien in großen und kleinen Formaten (Mixed media), Aquarellmalereien, Fotografien und Skizzen.

Die Ausstellung „Mythos Mutter - Mutterwerden zwischen Ideal und Realität“ im MAD beleuchtet Mutterschaft in intimen und vulnerablen Bildern aus einer autobiografischen Perspektive. In ihrer Arbeit öffnet Wolff neue Sichtweisen auf das Thema Mutterschaft und gibt auch jenen Emotionen Raum, die abseits der bedingungslosen und aufopfernden Mutterliebe liegen. Ihre Werke bedienen sich hierbei immer wieder am kollektiven Bildgedächtnis: „Ich stelle idealisierte Mutterbilder meinen eigenen Interpretationen und Erfahrungen in der Mutterschaft gegenüber. Mütter sind keine bildhaften Platzhalter, keine gesichtslosen Wesen, losgelöst von Sexualität und Eigenermächtigung. Die Realitäten von Müttern müssen auch in Mutterbildern Platz finden, denn nur so werden sie wahrgenommen und verstanden. Auch wenn fiktionale Darstellungen und gelebte Realitäten nicht gleichwertig betrachtet werden können, so beruhen sie doch aufeinander und bedingen sich gegenseitig.“

In der MAD_Intervention treten Wolffs Arbeiten in Dialog mit den Werken der Dauerausstellung. Das Anliegen: Durch das Sichtbarmachen diverserer Mutterbilder Austausch ermöglichen - Missstände aufzeigen, aufklären und berühren: „Die neuen Mutterbilder können Sorge und Ängste sichtbar machen und Mütter von dem Zwang der bedingungslosen Liebe befreien. Das Bereuen und die Wut enttabuisieren. Ausbeutung verringern und Gleichberechtigung fördern. Damit Elternschaft nicht nur auf der ständigen Verfügbarkeit und Wunschvorstellung der perfekten Mutter beruht, sondern vielmehr als kollektives Kümmern verstanden werden kann“, so die Künstlerin.


Parallel zeigen wir noch bis zum 17.05. die Sonderausstellung "BEWEGTES BLEI"


WIR ERKUNDEN...

...Material und Form, Beweglichkeit und Veränderlichkeit, räumliche Präsenz und unerwartete Veränderungen von Perspektiven und Sichtweisen!

 

Im Zusammenhang mit Blei an Bewegung zu denken, ist wohl nicht besonders naheliegend. Viel wahrscheinlicher ist es wohl, dass zunächst Attribute wie schwer und weich, ja sogar giftig in den Sinn kommen.

Möglicherweise waren es aber genau diese Charakteristika, die das künstlerische Interesse Günther Bergers an diesem Material weckten, nachdem er sich in den Jahren zuvor, genauer gesagt seit den 1960er Jahren, dem plastischen Gestalten über das Zusammenschweißen von Eisenstücken oder durch das formgebende Treiben von Aluminium annäherte. Von 1970 an war es dann die Verwendung von verschiedensten Papieren, die ihn zu wunderbaren Collagen inspirierte.

Erst ab 1979 definierten Bleiobjekte sein plastisches Empfinden und sein Suchen nach künstlerischem Ausdruck in der räumlichen Präsenz. War es zuerst noch die Strenge und Linienbezogenheit allgemeiner geometrischer Formen, die er ausprobierte, so löste er sich seit 1986 wieder davon ab, begann sich möglicherweise der „Weichheit“ und der reichen Formbarkeit von Blei bewusst zu werden. Folgerichtig ließ er die geometrische und strenge Klarheit zugunsten von polymorphen, also vielgestaltigen Formspielen mehr und mehr hinter sich. Die Linienführung wurde weicher und unregelmäßiger. Mit der beweglichen Verbindung einzelner Formelemente erreichte er dann eine außerordentliche Steigerung seiner plastischen Möglichkeiten. Über die Veränderbarkeit der Teile und ihrer Lage im Raum spielte er mit der Erscheinungsform der Objekte. So erzeugte er vieldeutige und spannungsvolle Werke, die zur permanenten Veränderung und dem damit gewonnenen Perspektivwechsel animieren.

Auf diese spannungsvollen Wandlungen fokussiert diese Präsentation ausgewählter Werke aus dem künstlerischen Nachlass Günther Bergers. Auf Vermittlung seines Bruders Gottfried wurde dieses Konvolut 2016 durch Clemens Berger, den Sohn des Künstlers als Schenkung an die Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg übereignet. Als Zeichen der Wertschätzung für diese großherzige Schenkung zeigt das MAD nun Teile daraus erstmals in seinen Räumen.

Angelegt als eine Art Schaudepot werden ausgewählte Arbeiten in einem Regal präsentiert, wo sie nebeneinander betrachtet und miteinander verglichen werden können.

INTERAKTIVES BEGLEITPROGRAMM

KUNST GEMEINSAM ERLEBEN

Außerdem, und das ist die Besonderheit, werden im wöchentlichen Wechsel, immer mittwochs, um 12:30 Uhr, Arbeiten aus dem Regal genommen und auf einzelne Sockel platziert, wo sie unter Mitwirkung interessierter Besucher*innen in verschiedene Zustände gebracht werden können. Der partizipative Charakter dieser Veranstaltungen lässt Menschen in besonderer Weise teilhaben am musealen Geschehen und bereichert die Ausstellung vor allem durch die breiter angelegte, eben nicht nur kuratorische Sicht auf die Objekte Bergers und die im Umfeld sich befindlichen Kunstwerke der Dauerausstellung.

Die Objekte werden erlebbar und im wahrsten Sinne begreifbar. Dabei schaffen sie einen niederschwelligen und erhellenden Zugang zum Verständnis von plastischen Arbeiten unter Berücksichtigung von Material und Form, Beweglichkeit und Veränderlichkeit, räumlicher Präsenz und Bezügen mit anderen Kunstwerken. Sie bewirken und ermöglichen unerwartete Veränderungen von Perspektiven und Sichtweisen.

 

Termine zum Mitmachen:

4.,11., 18., 25. Februar

4.,11., 18., 25. März

Uhrzeit: jeweils 12:30 Uhr

Dauer ca. 30 Minuten, 1 €

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Biografie

Günther Berger

 * 1929 in Theresienfeld, CZE

† 2014 in Frankfurt/Main 

Nach einer Ausbildung an der Holzschnitzschule Bischofsheim besuchte er von 1949 - 1950 die Kunst- und Handwerkerschule in Würzburg

1950 - 1957 folgte das Studium der Bildhauerei am Städel, Hochschule der Bildenden Künste in Frankfurt/Main, wo er Meisterschüler bei Hans Mettel war.

Nach dem Studium beschäftigte er sich in den sechziger Jahren v. a. mit geschweißten Eisenplastiken. Danach folgten Plastiken aus getriebenem Aluminium und Arbeiten in Papier. Ab 1979 wurde Blei zum Material seiner Wahl. Zunächst schuf er Plastiken in geometrischen Formen, ab 1986 schließlich entwickelte er seinen Stil und erweiterte sein künstlerisches Spektrum um bewegliche Bleiplastiken.

Gemeinsam mit dem Würzburger Maler Dieter Stein, mit dem er ein enges künstlerisches Verhältnis pflegte, entstanden von 1977 bis 1999 umfangreiche Gruppen von Collagen.

1958 erhielt er ein DAAD Reisestipendium für Italien, wo er sich 1960 nochmal als Stipendiat der Villa Massimo in Rom vervollkommnen durfte.

Arbeiten von ihm befinden sich in zahlreichen Sammlungen, unter anderem in der Städtischen Galerie im Städel, Frankfurt/Main, der Städtischen Galerie Würzburg, dem Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf, der Städtischen Sammlung Neu-Ulm, der Sammlung Bahnhof Rolandseck und dem Kunst- und Literaturarchiv Insel Hombroich, Neuss.

Arbeiten im öffentlichen Raum finden sich u. a. in Frankfurt, Hanau, München, Marburg, Gießen, Bad Homburg, Wiesbaden, Fulda u.a.


Sonntag, 01.03. | 15h00 

Buchpräsentation 

Ulrich Karl Pfannschmidt: Berger, Stein und Taeuberhahn. Begegnung in Franken

Schwer, weich, beweglich – kaum ein Material widerspricht sich so sehr wie Blei. Und kaum ein Künstler hat diese Spannung so konsequent ausgelotet wie Günther Berger - vor allem mit seinen beweglichen Bleiobjekten. Von einteiligen Plastiken in Blei zu mehrteiligen, vielfach wandelbaren Figuren entwickelte er eine eigenständige plastische Sprache, die Maßstäbe setzte. Damit hat sich Ulrich Karl Pfannschmidt in seinem jüngst erschienenen Buch „Berger, Stein und Taeuberhahn. Begegnung in Franken“ befasst.

Weitere Infos zum Buch. 

Das Buch erinnert an drei Künstler, deren Leben oder Wirken mit Unterfranken eng verbunden ist. Sie haben über die Grenze der Region hinaus Anerkennung und Respekt gefunden. Sie haben sich gekannt, sich geschätzt, Berger und Stein waren sogar befreundet, und haben gemeinsam ausgestellt. 

Gottfried Berger, der Bruder von Günther Berger, dessen Werke im Fokus der aktuellen Sonderausstellung stehen, wird anwesend sein und Einblicke in  das Leben seines älteren Bruders geben. 

Mit Zeit für Fragen und Austausch. 

Eintritt frei - keine Anmeldung erforderlich 


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