Bad Kissinger Kunst-Stationen. Jacques Gassman – Querschnitte, 15.06. bis 30.09.2007

Bad Kissingen hat seit 2007 nicht nur seinen „Kissinger Sommer“, sondern auch seine „Bad Kissinger Kunst-Stationen“. Von nun an sollen in der Kurstadt jährlich Ausstellungen in Kooperation von Pfarrei und Stadt sowie dem Kunstreferat der Diözese gezeigt werden. Das künstlerische Œuvre des Malers Jacques Gassmann hat zahlreiche Facetten. Er lässt sich weder als abstrakt noch als gegenständlich arbeitender Künstler bezeichnen. Aus der Fülle von Themen, Formaten und Techniken, die Gassmann bearbeitet, ist an drei verschiedenen Orten in Bad Kissingen ein „Querschnitt“ zu sehen. Dabei sind die gezeigten Arbeiten größten Teils neueren Datums.

Werkgruppen

Apart Of Me | Die figürlichen Arbeiten dieser Werkgruppe sind mit reinen Pigmenttuschen auf Leinwand entwickelt. Gassmann trägt Farbe auf, die er anschließend in Teilen wieder abwäscht. So entstehen lebendige und kontrastreiche Werke – eine Symbiose aus Gemälde und Zeichnung.

Coasts | Die ersten „Coasts“ sind im Jahre 1998 entstanden. Der Künstler überträgt kartografisch exakt bestimmte Küstenabschnitte auf die Leinwand, daher der Titel. Allerdings lässt er jede Spur menschlicher Besiedelung oder dessen Eingriffe in die Natur weg. So entstehen Arbeiten, die aufgrund des Wechselspiels von Wasser und Land von einer eigenen Schönheit sind.

Diasporen | Seit 1985 verarbeitet Jacques Gassmann immer wieder Verpackungsmaterialien, wie z.B. Pizzakartons, die die Untergründe seiner Tuschearbeiten bilden. Auf diese trägt er dann bisweilen nochmals Farbe auf. Der Künstler verleiht somit Wegwerfartikeln Dauerhaftigkeit und eine besondere Würde.

Kreuzweg | Jacques Gassmann nimmt bei seiner Umsetzung des Kreuzweges eine radikal andere Position ein als dies die Künstler vor ihm taten. Jede Station ist aus der Perspektive Jesu heraus angelegt und möchte dessen vermeintliche Befindlichkeit wiedergeben. Die Bilder zeigen so ein mehr, „obwohl weniger darauf zu sehen ist“.

Zeichnungen | Seit 1984 zeichnet Jacques Gassmann mit schwarzem Schellack und reinen Pigmenttuschen, aber auch mit Kugelschreiber. Neben den thematisch geordneten Werkgruppen entstehen so freie Arbeiten auf Papier. Davon ist eine Auswahl, entstanden in den letzten Jahren, zu sehen.

Viriditas | Die lateinische Bezeichnung „Viriditas“ steht für die „grünende Schöpferkraft Gottes“, wie sie die hochmittelalterliche Mystikerin Hildegard von Bingen gesehen hat. Gassmann setzt diese mit grüner Tinte in seiner von ihm entwickelten Technik „Ogrody“ (polnisch „Garten“) auf Leinwand um.


Zur Person

Jacques Gassmann wurde am 28. Januar 1963 in Heidelberg geboren. 1969 zieht die Familie nach Strassburg, dort erhält er eine Ausbildung am Konservatorium im Hauptfach Cello.

1977 Umzug nach Großburgwedel bei Hannover. 1982 legt er die Abiturprüfung ab.

Seit 1977 entstehen Theaterperformances, gleichzeitig spielt er in einer New-Wave-Band mit. Der Künstler komponiert bis heute selbst.

Ab 1982 erste Kunstausstellungen in Hannover als Gegenpol zum dortigen Kunstverein.

1982–84 Zivildienst in der Diakonie.

1989 Geburt der Tochter Ophelia und Beginn des Arbeitens in thematischen Werkgruppen.

1990–91 Arbeitsstipendium der Hanns-Lilje-Stiftung Hannover, bei dem der 32teilige monumentale Apokalypse-Zyklus entsteht.

Seit 1994 zahlreiche Aufträge im Bereich der Kunst am Bau, u. a. in St. Johannes in Kitzingen, St. Hedwig in Veitshöchheim, St. Oswald Baunach, St. Stephanus in Filderstadt und im Gebäude der Firma Völkl in Straubing.

Die Arbeiten von Jacques Gassmann waren bisher in zahlreichen Ausstellungen im Inund Ausland zu sehen. Er ist ebenso in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Jacques Gassmann im Netz: ogrody.org

Kunst-Stationen

Altes Rathaus
Marktplatz 12
Montag bis Freitag 9–17 Uhr
Samstag 9–12.30 Uhr
Sonntag und Feiertag 14–17 Uhr

Das Alte Rathaus liegt am Marktplatz im Herzen der Altstadt und ist bequem zu Fuß zu erreichen.

Museum Obere Saline – Orangerie
Obere Saline 20
Mittwoch bis Sonntag 14–17 Uhr

Das Museum Obere Saline liegt saaleaufwärts etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt. Es ist mit dem PKW (Parkplätze vorhanden) oder dem Stadtbus Linie 6 zu erreichen. Auch das „Dampferle“ (Haltestelle Bismarck-Denkmal) verkehrt zur Oberen Saline.

Pfarrkirche Herz Jesu
Marienplatz
Montag bis Samstag 9–18 Uhr
Sonntag 12–17 Uhr

Die neugotische Stadtpfarrkirche Herz Jesu liegt direkt am Rande der Altstadt in bequemer Entfernung von Stadtzentrum und Kurpark

Lediglich für den Ausstellungsteil im Museum Obere Saline wird ein Eintritt von € 3,00 (ermäßigt € 1,50) erhoben.