Über die Ausstellung
Den Charakter Würzburgs prägten bis 1945 zahlreiche festliche Kirchen, die als „Himmelsräume“ in bewusster Abgrenzung zum Alltäglichen eine Ahnung von himmlischer Gegenwart vermitteln wollten. Das Inferno des 16. März 1945 zerstörte in Würzburg die meisten dieser Kirchen. Von den beeindruckenden Innenräumen und der kostbaren Ausstattung dieser über Jahrhunderte gewachsenen Glaubenszeugnisse blieben den Zeitgenossen die Erinnerungen, den Nachgeborenen nur die überlieferten Bilder. Während die Silhouetten der zerstörten oder beschädigten Kirchen oft wieder ihre ursprüngliche Erscheinung im Stadtbild fanden, sind die reichen Kirchenräume in der alten Schönheit unwiederbringlich verloren gegangen.
Historische Fotografien Würzburger Kirchen aus der Zeit vor der Zerstörung hütet heute an erster Stelle das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München. Die Ausstellung schöpft aus diesem geschlossenen Bestand, um die Bedeutung dieser Bildquellen für unser Wissen um die zerstörten Innenräume und die verlorene Ausstattung Würzburger Kirchen ins Bewusstsein zu rufen.
Vorrangig sind Fotografien ausgewählt, die das Typische eines Kirchenraums vermitteln und auf denen heute verlorene Ausstattungsstücke und Kunstwerke zu erkennen sind. So zeigt die Ausstellung im Museum am Dom 128 Aufnahmen aus den Jahren zwischen 1880 und 1940, die achtzehn am 16. März 1945 zerstörte Würzburger Kirchen dokumentieren und die Größe des Verlusts vor Augen führen.
Um die äußerst empfindlichen Originale der Fotografien zu schonen und um ihren Detailreichtum zu erschließen, wurden über den Weg der Digitalisierung großformatige Abzüge erstellt. In ihnen kann mit den Augen spazieren gegangen und der Stimmung der Räume nachgespürt werden. Einen besonderen Eindruck werden dabei die mittels einer Farbbrille dreidimensional zu erfahrenden Stereoaufnahmen hinterlassen.
Die häufig überraschende künstlerische Qualität der Fotografien zeigt, dass die Aufnahmen Ergebnisse schöpferischer Akte sind und Willen und Absicht des Fotografen spiegeln, mit Licht Kircheninterieurs zu malen. Dadurch sind diese Arbeiten nicht nur Zeitdokumente und Quellen von Sachinformationen, sondern vermitteln auch ästhetisches Erleben und emotionale Begegnung mit verlorener Heimat.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der auch die Stereoaufnahmen enthält. Er ist über das Museum am Dom zu beziehen.
Begleitprogramm
Fr 04.07., 15 UhrVernissage für Kinder ab 11 Jahren (Anmeldung erforderlich unter Tel. 09 31-386 65 600)
So 06.07., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung
Do 10.07., 19:30 Uhr Führung durch die Ausstellung
So 20.07., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung
Mi 23.07., 14 Uhr Führung durch die Ausstellung für Senioren
So 03.08., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung
Do 07.08., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung für Jugendliche
So 17.08., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung
Do 28.08., 19:30 Uhr Führung durch die Ausstellung
So 31.08., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung
So 14.09., 15 Uhr Führung durch die Ausstellung








