Krippen weltweit – im Museum am Dom Würzburg. 11.12.2009 bis 31.01.2010
Weihnachtskrippen aus einer fränkischen Privatsammlung
Kein anderes Fest im kirchlichen Jahreslauf kennt eine solche Brauchtumsfülle wie Weihnachten. Mehrt sich in unserer Zeit die Fertigung von weihnachtlicher Dekoration, steht am Anfang die Intention, das Geschehen von Bethlehem ins Bild zu setzen. Seit dem 13. Jahrhundert wird die sich dort ereignete Menschwerdung Jesu zunächst für Kirchenräume als szenische Weihnachtskrippe den Menschen vor Augen gestellt, um ihnen das Geheimnis von Weihnachten näherhin zu erschließen.
Vor allem seit dem 18. Jahrhundert hält der in den Sakralräumen gepflegte Brauch in den Wohnungen Einzug. Was zunächst aufgrund der Kostenhöhe der Krippendarstellungen mehr den Wohlhabenden vorbehalten war, verbreitet sich mit dem 19. Jahrhundert dank der ausgeweiteten Materialwahl und Herstellungsverfahren. Die Missionstätigkeit und das Bemühen um Inkulturation sowie die gewachsene Pflege der kulturellen Eigenart führen weit über den europäischen Raum hinaus zur Fertigung von Weihnachtskrippen in der jeweiligen Bildsprache der Kulturen der Kontinente und einzelnen Länder.
Diese regionale Ausweitung bedingt zugleich eine bis dahin unbekannte Vielfalt an Formen und Materialien. Vor allem aber zielt das von Anfang an beabsichtigte Bemühen, das Ereignis von Bethlehem durch die Weihnachtskrippe zu vergegenwärtigen, nunmehr zu einer bildlichen Aktualisierung, die das Geschehen der Geburt und Epiphanie Jesu allein schon durch die Darstellung der beteiligten Personen in der jeweiligen Hautfarbe und Kleidung sowie der Krippenarchitektur in die einzelnen Kulturräume überträgt.
Fernab der im 19. Jahrhundert in der orientalischen Weihnachtskrippe angestrebten historischen Szenerie wird die Aussage des Weihnachtsfestes nunmehr in das jeweilige Milieu der Menschen – in welchem Land auch immer – in der darauf abzielenden Bildgestalt übertragen. So ereignet sich in den Krippendarstellungen Bethlehem in der afrikanischen Savanne ebenso wie in den peruanischen Anden oder in der Rhön. Das wird durch die Ausstellung im Museum am Dom dokumentiert.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10-17 Uhr
An den Sonntagen findet jeweils um 15 Uhr
eine ca. einstündige Führung durch die
Sonderausstellung statt.
24./25./31. Dezember 2009 und
1. Januar 2010 geschlossen.






