Julius Echter – Der umstrittenene Fürstbischof | Eine Ausstellung nach 400 Jahren | 23.6. - 17.9.2017


Über die Ausstellung

Begleitprogramm und Information

Auch 400 Jahre nach seinem Tod ist es um Julius Echter alles andere als still geworden. In den 44 Jahren seiner Herrschaft als Fürstbischof prägte Echter die Region Mainfranken nachhaltig und hinterließ bis heute deutlich sichtbare Spuren.

Umstritten war Echter aber immer: Schon die Urteile der Zeitgenossen schwankten zwischen ,barmherzig' und ,erbarmungslos'. Bis heute werden seinen nachhaltigen Werken die Opfer seiner Politik gegenübergestellt. Den einen gilt er als beispielhafter Bischof und durchsetzungsstarker frühneuzeitlicher Landesherr, für die anderen ist sein Name verknüpft mit der Vertreibung von Protestanten, der Entweihung des jüdischen Friedhofs und fanatischen Hexenverbrennungen.

Die Ausstellung möchte Hintergründe und Auswirkungen seiner Herrschaft beleuchten und eine Auseinandersetzung mit Person und Zeit Echters bieten. Zahlreiche historische Zeugnisse nationaler und internationaler Leihgeber zeichnen zusammen mit interaktiven Medienstationen, Audiobeispielen und Karten ein lebendiges Bild einer uns heute fremden Zeit. Sie erlauben vielfältige Perspektiven auf den umstrittenen Fürstbischof.

Der Weg zum Fürstbischof

Was sind die familiären Hintergründe Julius Echters? Wie wurde er ausgebildet und wer prägte ihn auf seinem rapiden Aufstieg zum Fürstbischof von Würzburg? Eindrucksvolle Exponate aus dem Besitz der Familie von Ingelheim und dem unmittelbaren Umfeld des jungen Echter zeichnen seine frühen Jahre bis zur Bischofswahl nach.

Raum und Residenz

In welchen Bauwerken und Institutionen ist Julius Echter heute noch lebendig? Und was hat es mit den „Echter-Kirchtürmen“ auf sich? Eine interaktive Medienstation macht Echters Bautätigkeit in der Fläche erlebbar. Originaldokumente und -objekte aus Echters Zeit lassen die Gründung und den Ausbau von Universität, Juliusspital und Festung lebendig werden.

Vertreibung und Verfolgung

Was passierte, wenn man sich als Untertan dem Zwang der Politik Echters nicht fügen wollte oder konnte? Woher stammt die negative Wahrnehmung Echters als Protestantenvertreiber, Judenfeind und Hexenverfolger? Die Sektion lässt die Opfer der Politik Echters zu Wort kommen.

Erinnerung und Inszenierung

Warum ist Julius Echter noch heute so präsent? Und warum fällt das heutige Urteil über den Fürstbischof so widersprüchlich aus? Echter stilisierte sich schon zu Lebzeiten bewusst zum idealen Herrscher und sorgte dafür, dass seine Spuren in Unterfranken bis heute bestehen. Ganz anders sieht es mit den Echter-Bildern der Nachwelt aus – sie zeichnen das Bild eines umstrittenen Fürstbischofs.

Liturgie und Kirchenraum

Mit welchen Mitteln versuchte Echter, den katholischen Glauben zu stärken? Objekte aus der Marienverehrung, Reliquien, liturgische Drucke und Gewänder aus der Echterzeit ermöglichen einen Blick in die alltägliche Glaubenswelt unter dem Fürstbischof.

Bistum und Hochstift

Was ist überhaupt ein Fürstbischof? Das Doppelamt zwischen weltlicher und geistlicher Macht, zwischen der Verantwortung als Landesherr und der seelsorgerischen Pflicht als Bischof wird hier entschlüsselt. Die Sektion erklärt, wie Herrschaft in der frühen Neuzeit funktionierte und wie Ec

Parallel zu „Julius Echer -Der umstrittene Fürstbischof“ richtet das Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg eine weitere Ausstellung aus:

Julius Echter: Patron der Künste

Konturen eines Fürsten und Bischofs der Renaissance

25. Juni bis 24. September 2017

Hier wird veranschaulicht, wie Würzburg über Kunst und Wissenschaft Anschluss an die internationale Renaissance fand -über Architektur und Urbanistik, Malerei und Skulptur, Bildung und Musik und das Sammeln von Kunstwerken und Büchern. Nie zuvor konnte Echters Rolle als Patron der Künste so umfassend erlebt werden.

Informationen zur Ausstellung

Über die Ausstellung

Öffnungszeiten Museum

Di, Mi, Fr, Sa, So 10 bis 17 Uhr
Do 10 bis 20 Uhr

Eintritt

Regulär: 4,- €
Ermäßigt: 3,- €

Kombiticket mit der Ausstellung „Julius Echer. Patron der Künste“ in der Gemäldegalerie des Martin von Wagner Museums:
regulär: 7,- €
ermäßigt: 6,- €

Führungen

Gruppengröße maximal 25 Personen
Schulklassen bis 30 Kinder/Jugendliche

Dauer der Führungen: maximal 1 1/2 Stunden, regulär eine Stunde

Feste Anfangszeiten der Führungen:
Täglich möglich um 10 Uhr, 11.30 Uhr, 13 Uhr, 14.30 und 16 Uhr

Kosten: Erwachsene: 60,- € zzgl. ermäßigter Eintritt von 3,- € pro Person (ab Gruppen von zehn Personen)
Kinder/Jugendliche/ Schulklassen: 60,- € inkl. Eintritt, Begleitpersonen frei
außerhalb der Öffnungszeiten: zusätzlich 60,- €

Anmeldung zu Führungen unter:
Museum am Dom
Kiliansplatz 1
97070 Würzburg
Telefon 0931- 386 65 600
und 0931- 386 65 601
Telefax 0931-386 65 609
www.museum-am-dom.de
museen@bistum-wuerzburg.de

Öffentliche Führungen für interessierte Einzelbesucher:

Samstags und sonntags um 14.30 Uhr

Weitere Infos unter: www.echter2017.de